Dienstag, 14. Juni 2011

Rote Herzen

Der Apfelstrudel von den letzten Äpfel des vorigen Jahres ist nun im Rohr. Gleichzeitig verarbeiten wir gerade Kirschen zu Trockenobst. Unser Baum hat heuer beschlossen, uns über und über mit den herrlichen Früchten zu beschenken. Große rote Herzen hängen wie Reben von den schwer beladenen Ästen.
Wir kommen kaum nach mit dem Ernten, da die Witterung den Reifungsprozess schnell vorantreibt. Außerdem sind wir sehr gespannt, wie lange die Trockenkirschen halten werden. Das meiste von unserem Trockenobst ist letztes Jahr schon nach zwei Wochen in den Kinderbäuchen verschwunden gewesen und sie naschen schon kräftig unsere "Kirschrosinen".

In puncto Obst - abgesehen von Zitronen - haben wir es jedenfalls schon geschafft, uns ganz selbst zu versorgen.

Gestern Nacht hat unsere frisch gekochte Kirschenmarmelade mit Zimt schon den Weg in Gläser gefunden. Die Erzeugung von Kirschensaft ist auch noch geplant, aber ich muss mir erst genauer überlegen, wie ich das angehe. Außerdem werden wir vielleicht Kirschengelee, Kirschenchutney, Senfkirschen und was uns sonst noch so spontan einfällt wieder probieren, zu erzeugen.  Unsere Jüngste hat sich auch schon Kuchen bestellt.

Es gibt ja so viele Möglichkeiten ...

Donnerstag, 9. Juni 2011

Stehaufmännchen

Dieser Artikel ist durch eine gute Bekannte inspiriert, die mir zwei überraschende Fragen gestellt hat. Danke, Manuela.

Frage Eins lautete: Bitte erzähle mir, wie Du es geschafft hast Dein Leben mehrmals neu anzufangen.

Diese Frage war eine Herausforderung für mich. Natürlich hatte sie recht. In meinem Leben, wie wahrscheinlich im Leben vieler anderer Menschen auch, sind doch einige Dinge passiert, die mich aus der Bahn hätten werfen können.

Da hat es natürlich zu aller erst das Scheitern meiner ersten Firma gegeben. Ein Traum war geplatzt. Etwas später, nachdem ich mich längst wieder stabilisiert hatte, kam da ein Ereignis in Form einer Gasexplosion in mein Leben, welches das Potential hatte mich vollends zu zerstören. Bei der Renovierung des Wohnhauses, in dem ich damals wohnte, hatte ein Arbeiter mit einem sogenannten Erdungsspieß die Gasleitung getroffen und in Folge kam es durch eine erwiesene Schlamperei der Servicetechniker zu einer Explosion, bei der das Haus in sich einstürzte und 10 Menschen in den Trümmern umkamen. Meine damalige Lebensgefährtin und ich, sowie einige andere Bewohner waren durch eine Vorsehung nicht zu Hause, und wir haben quasi „nur“ Hab und Gut verloren. Aber nicht das Leben. Es gibt da natürlich noch einige andere Ereignisse in meinem Leben, die auch noch schmerzhaft oder aufrüttelnd waren, doch ist das nicht das eigentliche Thema dieses Artikels.

Also wie habe ich es geschafft mich immer wieder aufzurichten?

In meine Antwort an Manuela schrieb ich: Auf alle Fälle bin ich ein "Stehaufmännchen". Ich meine, egal wie hart ich gefallen bin, wenn ich den Fall überlebt habe, stehe ich auf und starte von neuem.
Ich sehe prinzipiell die Dinge eher positiv. Klarerweise gibt es auch für mich eine Phase nach jedem "Sturz", wo ich eben liege. Ich muss sogar einen quasi kleinen Tod sterben, durch eine innere Hölle gehen.

Danach kommt, wenn ich diese wirklich schmerzhafte Phase überstanden habe, eine Analysephase, in der ich realisiere, was gerade passiert ist. Dabei erkenne ich, zumindest war bis jetzt immer so, dass es nötig ist, etwas freudiges zu tun und suche dabei eine neue Perspektive. Ich richte mich also erst innerlich auf. Nach dieser Phase (man könnte es auch Klausur nennen), bei der ich sehr viel Ruhe und Abgeschiedenheit brauche, beginne ich, fast wie von selbst, wieder Schritte in der äußeren Welt zu gehen. Das ist dann der Neubeginn.

Gut das war es jetzt, fast im Telegrammstil. Ich denke, es ist vom Menschentyp abhängig wie sich jemand wieder aufrichtet. Und je nach schwere des Falls dauert es kürzer oder länger.
Etwas später habe ich dann gemeinsam mit meiner Frau eine Art Checkliste aufgeschrieben:
  1. Schicksalsschlag
  2. Verzweifeltes ringen mit dem Schicksal
  3. Die Ursache suchen - Lösungen suchen
  4. Detailliertes betrachten der Situation
  5. Positiven Nutzen finden, lernen
  6. Aufstehen, freudiges Erlebnis suchen
  7. Innerlich aufrichten, es wird weitergehen
  8. Neue Perspektiven sehen
  9. Erste Schritte in Richtung neues Leben
  10. Neubeginn
Auch meine Liebe hat eine Liste ihrer Vorgangsweise zusammen geschrieben: 
  1. Schicksalhaftes Ereignis
  2. Panik
  3. Besinnen
  4. Durchatmen und Kraft schöpfen
  5. Gespräch suchen - Lösungsansätze - Klar werden
  6. Rückbesinnen auf den Fluss
  7. Lassen, ins Universum legen und Vertrauen
Auf alle Fälle ist es wohl nötig, einen Erneuerungsprozess zu durchlaufen. Und ich glaube es gibt keine Abkürzungswege. Ich weiß, dass es Menschen gibt, die denken mit Alkohol oder psychoaktiven Stoffen ist es möglich den schmerzhaften Weg der Auseinandersetzung mit sich selbst und seiner Umwelt zu umgehen, doch wie jeder weiß, schafft es nur neue Probleme und das Aufstehen wird immer schwieriger.

Die zweite Frage von Manuela war: Wie bist Du zu einem Stehaufmännchen geworden? Oder besser, wie kann ich zu einem Stehaufmännchen werden?

Genau genommen hat fast jeder von uns die Erfahrung des Hinfallens und wieder Aufstehens schon ausgiebig im Babyalter trainiert, denn Gehen lernen ist genau so ein Prozess. Und der unbändige Wunsch auf zwei Beinen zu gehen treibt jedes gesunde Baby (Kleinstkind)  immer wieder an von neuem aufzustehen. Also ist eigentlich jeder, der gehen kann, bereits ein Stehaufmännchen.
Dies ist nur ein Beispiel. Natürlich haben auch Menschen die nicht gehen können, warum auch immer, einen unbändigen Willen etwas zu erreichen und der Glaube an sich lässt oft gerade diese Menschen oft über sich hinauswachsen.

Man muss den unbändigen Wunsch haben aus dem Sumpf, und ist er noch so morastig, wieder heraus zu kommen.

Ein wichtiger Faktor scheint auch zu sein, dass man sich selbst lieb hat. Mit Hilfe der Liebe zu sich selbst kann man auch Kraft schöpfen, das manchmal tiefe Tal der Verzweiflung zu durchwandern um danach wieder aufzusteigen und nach Erreichen der Anhöhe der Zuversicht das Licht wieder zu sehen. Neu erstarkt wieder fest auf beiden Beinen zu stehen.
Denn eines habe ich durch meine Tiefpunkte gelernt jeder durchgestandene Prozess des Fallens und des Wiederauferstehen hat mich stärker gemacht und das Stehaufmännchen in mir verstärkt.

Also der unbändige Wunsch wieder aufzustehen, weiter zu gehen und der Glaube an mich selbst und das Leben lässt uns ein Stehaufmännchen sein.

Ein glückliches steh auf .... Männchen

Robert
 
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Mittwoch, 1. Juni 2011

Kräutererdäpfellaibchen mit Joghurtsauce

Heute kochte ich Erdäpfel für das Mittagessen. Als sie schon zum Abkühlen hinaus gestellt hatte schlenderte ich wie so oft durch den Garten nahm und sammelte alle Kräuter, die mich ansprachen. So fand ein Büschel aus Mangold, Orangenminze, Giersch, Spitzwegerich, Ysop und Gundelrebe den Weg ins Haus.
Die gekochten Erdäpfel – ca. ein 1,5kg - drückte ich durch eine Erdäpfelpresse. Die Kräuter wurden fein gehackt und mit etwas Salz, 2 Eiern, der Erdäpfelmasse und 4 Esslöffel Dinkelvollkornmehl zu Laibchen geformt. Diese habe ich dann in einer Pfanne gebraten.

Joghurt mit Salz, frisch geriebener Kren und fein gehackter Knoblauch wurden zu einer Sauce verrührt. Eigentlich sollten alle Kinder eine Mahlzeit erhalten – meine Lieben kommen ja nicht alle zur gleichen Zeit nach Hause -, aber irgendwo ist das gesamte Essen so nach und nach heimlich verschwunden...

Haben wir etwa Mäuse? ;-)
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