Donnerstag, 28. Juli 2011

Ein Regentag

So, wir sind jetzt wieder trocken und durch warmes Kaminfeuer aufgewärmt. Noch vor ein paar Stunden waren wir in Mödling Verwandte besuchen, Schulsachen besorgen und spazieren und sind dabei in den Regen gekommen. Es kam so viel Wasser vom Himmel, dass sogar der Schirm nichts nutzte. Die Tropfen kamen einfach durch. Selbst die Dachrinnen schafften die Wassermengen nicht und es kamen kleine Springbrunnen aus den vertikalen Rohren. Das Wasser schoss in kleinen Bächen die Wege und Straßen entlang und weil wir eh schon nass bis auf die Unterhose waren, sind wir einfach weiter singend durch den warmen Regen gegangen.

Unsere Jüngste tanzte singend und hüpfend von Pfütze zu Pfütze und war überglücklich. Keine Schranken, keine Verbote, einfach nur Kind sein. Jede Wasserlacke anvisieren, voll hinein springen und das Regenwasser hoch spritzen lassen. Wir waren ziemlich allein mitten auf der Straße. Einige Menschen hatten sich in Hauseinfahrten und unter Markisen geflüchtet. Als wir vorbei kamen, lösten sich ihre verkrampften Gesichtszüge, wurden erstaunt und sie begannen zu lächeln. Ich denke, dass Kind in ihnen freute sich mit uns.

Und so durften wir wieder erleben, dass es die einfachen Dinge sind , die Kinder von Herzen glücklich machen können und auch unsere Herzen berühren.

Mittwoch, 27. Juli 2011

Wir bauen ein Hotel....

Auf unserem Grundstück tummeln sich bereits viele, viele Tiere. Neben unseren eigenen, den Hühner, Enten, Hasen, Hund und Katzen, gibt es eine Menge Wildtiere. Allen voran natürlich verschiedenste Vögel. Amsel, Drossel, Fink und Star und die ganze Vogelschar.. ;-). Besonders Stolz sind wir auf unseren hohen Bestand an Blaumeisen. Ein Grünspecht wird auch schon seit jahren gesichtet, sowie ein Eichelhäher.
Es gibt auch sehr viele Insekten, nützliche und weniger nützliche (das Wort Schädling liebe ich nicht, da ich meine, dass in der Natur alles seine Berechtigung hat und auch seinen Sinn). Grundsätzlich kann ich sagen, dass es nur unser,der Menschen, Verstand und unser Anspruch ist, was nützlich und was unnütze, oder sogar schädlich, ist. Unser arrogantes Wesen versucht die von Gott gegebene Natur zu korrigieren, weil wir es bequem haben wollen oder wir unseren Willen durchdrücken wollen oder anderen Gründen.
Durch unser unwissendes Eingreifen schaffen wir das Ungleichgewicht, welches dann zu den Ergebnissen führt, welche wir nicht wollen. Die sogenannten schadenden Kräfte nehmen überhand und unsere Bemühungen, gute Ernteergebnisse zu erzielen werden zunichte gemacht.
Wir versuchen, auf unserem Grundstück immer wieder der Natur ihren Raum zurückzugeben und so wenig wie möglich einzugreifen. Es soll ein Naturbiotop mit aller Vielfalt entstehen können in dem der Mensch aber ein willkommener Teil des Ganzen ist und auch die Früchte seiner Arbeit Ernten kann. Um das Entstehen eines natürlichen Gleichgewichts zu fördern und auch Wildbienen (es gibt über 500 Arten in Mitteleuropa), Marienkäfern, Schmetterlingen, Florfliegen und vielerlei andere Insekten einen Unterschlupf und Brutmöglichkeit zu bieten haben wir uns entschlossen, ein Nützlingshotel zu bauen. Weiters hat sich daraus ein spannendes Erlebnis und auch naturpädagogisches Potential für unsere jüngere Tochter (9 Jahre) wie auch uns selbst ergeben.
Keramisches Insektenhotel
Schon im Vorfeld, der Recherche, konnten wir erkennen was wir alles dabei lernen können, außerdem kann ich sagen, dass die im Handel erhältlichen Nützlingshotel zwar sicher für klitzekleine Gärten geeignet sind, doch für unsere  Gartengröße (ca 4000 m²) sind sie zu klein. Weiters konnten wir auch noch Ideen für unsere Töpferwerkstätte kreieren, was uns zusätzlich freute.
So entschlossen wir uns, ein Nützlingshotel im Großformat zu schaffen (circa 2x1 Meter).
Meine Baumeisterin Ulrike entwarf in ihrem Kopf eine Skizze und wir kauften im Baumarkt einige Bretter und Vierkanter. Außerdem sondierten wir zu Hause die Materialien für den Innenausbau.Wir wollten natürlich wie immer möglichst viel Recycling unsere Bestände betreiben.Wir hatten noch einige alte Hohlblockziegeln. Eine der Lamellenschwingtüren, die mein Schwiegervater seinerzeit angeschafft hatte, um einem Schuhkasten eine passende Türe zu spendieren, aber dann doch nicht verwendet hatte und nun seit 20 Jahren in unserer Garage lagerte,stellte sich bestens geeignet für das Florfliegenabteil heraus. Holzstücke hatten wir von verschiedenen Baumpflegemaßnahmen natürlich auch noch. Es kamen Nussholz, Weidenholz und Holunderholz zum Einsatz.
Wir schafften alles ins Hühnergehege, weil wir gleichzeitig unsere seit kurzem ins Freie gelassenen Küken nebenbei beobachten wollte und los ging es mit schrauben. Im Abstellraum des Hühnerhauses konnten wir auch noch Altholz von einem Hühnerstallabbau mitrecyclen und so entstand der Rahmen incl. dem Dach für das „Hotel“;-). Dann wurde es zu seinem Standort transportiert und aufgestellt. Der Innenausbau begann. Den Lamellenteil haben wir mit unserem Heu befüllt und rot angestrichen, da die Florfliegen anscheinend diese Farbe lieben. Dann hat unsere kleine Tochter Bockerl (Föhrenzapfen vom eigenen Baum) gesammelt und ein Stück Hasengitter (Recycling des abgebauten Hühnerstalles) wurde zur Fixierung angetakert. Zuletzt habe ich noch die Holzstücke eingepasst und „tausende“ verschieden grosse (von 2 mm bis 10mm Durchmesser) Löcher gebohrt.
Nun warten wir auf unsere neuen Untermieter. :-))
Insektenhotel
Schon nach kurzer Zeit nisten sich die ersten Ohrwürmer, welche vor allem Blattläuse vertilgen, ein.
Auch ein Bienchen konnten wir beobachten, welches sich verschiedene Bohrlöcher angeschaut hat, aber dann doch lieber eine Erdhöhle ganz in der Nähe gegraben hat, denn die Liebe war eine Erdbiene. Auch eine Spinne hat schon ein Netz ausgelegt.
Es ist klar, dass die Besiedelung des ganzen Objektes (hmmm ich rede schon wie ein Immobilienfachmann ;-)) einige Zeit dauern wird, aber es ist doch bemerkenswert, dass es schon nach 1 bis 2 Tagen nach der Fertigstellung einige „Anfragen“ :-) gibt.
So nun sind wir wohl so was wie Vermieter. Hahahaha
Euer Robert

Ps: Baut doch auch ein Insektenhotel. Es macht Spass. Berichtet uns eure Erfolge...







Sonntag, 10. Juli 2011

Kräutererdäpfel und Seicherlwossa

An Sommertagen wie diesen wird bei uns meistens nicht gekocht, sondern kalt gegessen. Eine gute Alternative sind für uns Salate oder auch gekochte Erdäpfel mit kalter Kräutersauce.

Dazu nehme ich 1/2 L Joghurt, zwei dicke Knoblauchzehen fein gehackt und ein dickes Büschel frische Kräuter aus unserem Garten.

Heute fanden Ysopblätter, Dostblüten, Gewürztagetes, Bohnenkraut, Zitronenthymian, Rosmarin, Boretschblätter, Petersilie und Pfefferminze den Weg in unsere Sauce.

Die leuchtenden kleinen orangen Blüten der Tagetes erfreuen das Auge und deren zitronig- würzigen  - erfrischenden Geschmack lieben wir besonders an so heißen Tagen.

Dem Boretsch gefällt heuer die Witterung besonders gut, deshalb habe ich ihn diesmal sehr fein gehackt, um die kratzigen Borsten zu entschärfen.
Die Zutaten werden einfach kalt zusammengerührt und serviert. Wegen der starken Geschmacksintensität verzichten wir oft ganz auf Salz.

Als Erfrischung gibt es heute das "Seicherlwossa", welches schon mein weit über achtzigjähriger Vater als kleiner Bub getrunken hat.

Einfach ein paar Salbeiblätter schnappen und klein reißen. Dann gebe ich drei Liter kaltes Wasser darauf und rühre zwei Löffel Honig hinein. Nach ein paar Minuten stehen lassen hat man ein herrliches Erfrischungsgetränk.

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Mittwoch, 6. Juli 2011

Marillenträume

Wir sind derzeit mit der Marillenernte beschäftigt.
Da stellte sich natürlich wieder die Frage, wie wir sie dieses Mal am Besten haltbar machen, um noch das restliche Jahr etwas von den köstlichen Früchten zu haben.

Einige Kübel voll haben wir gedörrt und in Dosen aufbewahrt.

Viele sind auch wieder in Marmeladegläser gewandert, wobei wir etliche Gläser mit Marillenmarmelade pur befüllt haben.

Aber es sind auch wieder Experimentmarmeladen entstanden: Eine Charge mit Rosenblüten, Oreganoblüten und Zimt und eine mit Chillis und Rum speziell für meinen Schatz - ein feuriger Genuss.

Da unser Baum heuer so übervoll war, haben wir auch viele Marillen an liebe Freunde und Nachbarn verschenkt.

Zur Freude meiner Lieben gab es bei uns am Samstag Topfennockerl mit Marillensauce:
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Nockerl:
750 g Topfen
2 Eier
~300 g Mehl zusammen rühren  - es sollte eine leicht zähe Masse entstehen. Von dieser Nockerl mit dem Löffel stechen und in leicht gesalzenem Wasser kochen, bis sie auftauchen. Herausnehmen.
Semmelbrösel mit etwas Zucker und Butter unter ständigem Rühren erhitzen und bräunen.
Nockerl in den karamelisierten Butterbrösel wälzen.

Sauce:
2 kg Marillen entsteinen und langsam köcheln lassen. Dann im Gegensatz zu den Marmeladen, wo von mir die halbierten Früchte verkocht werden,  pürrieren und je nach Geschmack mit Zucker oder Honig nachsüßen.

Eventuell mit essbaren Blüten bestreuen. Ich habe dazu Oreganoblüten fein gehackt und über die mit reichlich Sauce übergossenen Nockerl gestreut.
~*~

Mein jüngerer Sohn hat auch noch einen supertollen Schokomarillenkuchen mit Geheimzutaten fabriziert. Ob wir die noch rausfinden? Auf alle Fälle hat er gut geschmeckt.

Ich habe nur ganz gewöhnlichen Kuchen gebacken.

Obwohl wir nun schon so viel geerntet haben ist unser größter Marillenbaum immer noch ganz schön voll beladen. Ich werd mir wohl noch was einfallen lassen. Vielleicht eine neue Chutneyvariante mit richtig viel Knoblauch oder ...? Vieleicht hast du ja eine Idee und möchtest sie mit mir teilen?

Ein paar Strudel und Kuchen wird es auf jeden Fall noch geben. :-)

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