Mittwoch, 31. Oktober 2012

Halloween – Samhain - Allerheiligen

Die stille Zeit ist wieder angebrochen. Seit einigen Tagen begleitet uns der Nebel in die Nacht und auch die ersten morgendlichen Fröste haben wir schon hinter uns.

Wir freuen uns über heiße Getränke und Kekse, vielleicht auch über nette Gespräche im Kreise unserer Lieben.

In früheren Zeiten war dies auch wieder die Gelegenheit, sich mehr miteinander in der warmen Stube auszutauschen, Pläne zu schmieden und über vergangenes zu reflektieren.


Vielleicht ist auch die Zeit angebrochen, nach dem Woher und Wohin zu fragen.

Wer bin ich, was trägt mich, was sind meine Ziele, wie möchte ich mein weiteres Leben gestalten, was möchte ich meinen Nachfahren hinterlassen?

Es ist die Zeit, der Toten – unseren Ahnen – zu gedenken, aber auch nicht zu vergessen, das auch wir Ahnen sein werden.

Die Zeit des Rückzugs, die Zeit, sich mit seinem Inneren auseinander zu setzen. Die Zeit, sich seiner bewusst zu werden.

In diesen Sinne wünsche ich erfahrungsreiche Zeit.

Möge sie zu vollem Bewusstsein und neuen Kräften führen.

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Montag, 29. Oktober 2012

Bombenstimmung in unserem Haus

Ja, der Winter war diesmal etwas schneller als wir. Etliche Erdäpfel und Wurzelgemüse sind noch draußen.

Auch einige Kräuter und Samen haben es nicht ins Haus geschafft.

Sogar die Natur selbst war noch nicht bereit. Vier unserer Apfelbäume haben ihre Früchte noch nicht freigegeben, sprich, die Frucht hat sich noch nicht leicht vom Ast lösen lassen.

An diesem verlängerten Wochenende haben wir auf Hochtouren noch alles ins Haus gebracht, was ging. Sohnemann hat die Wasserbecken entleert und die Pumpe evakuiert, wir haben die Schläuche in den Keller getragen.

"Küss mich, ich bin dein Bock."




Die Stangenbohnen stellten uns heuer vor eine Herausforderung, da sie bis gut fünf  Meter Höhe in den Birnen- und Zwetschkenbaum hineingewachsen waren.


So kam der Heurechen in Aktion. Unsere Ziegen haben auch kräftig "geholfen" bei der Ernte.

Ja, der Kleine ist kräftig gewachsen und noch immer sehr schmusig.

Jetzt türmen sich Fisolenrankenberge im Vorraum, und ich löse die Bohnen aus. Teilweise sind sogar noch verwertbare Fisolen drauf. So viele, dass es gestern schon mal zum Frühstück Fisolensuppe gab.

Auf einer Truhe lagern ein ganzer Haufen Maispflanzen und die Fisolenblätter haften so ziemlich überall.

Minimonster meinte, wir leben derzeit im Urwald. ;-)

Gestern hab ich noch ein paar Pilzfotos nebenbei geschossen. Die sind derzeit überall zu finden.





Sooo viele Schwammerl, und überall.







In der Wiese, auf Baumstämmen, auf Totholz. Faszinierend.






Ob da wohl welche davon essbar sind?



Die Kürbisse haben wir grad noch erfolgreich hereingebracht. Als wir mitten beim Ernten der unsrigen waren, da rief uns plötzlich unser Nachbar und schenkte uns eine Scheibtruhe voll dazu.

Manche haben ganz lustige Formen. Einige Zierkürbisse sind auch dabei.Die wird wohl unsere Jüngste wieder bemalen und verzieren.

Am Samstag gab’s Zucchinisuppe spezial.
Eine große Zucchini – frisch geerntet,
ein großer Apfel,
zwei Hände Kokosraspel
– ja, ich geb’s zu, ich bin derzeit süchtig danach, 
zwei Knoblauchzehen,
eine Hand voll geriebener italienischer Hartkäse und
zwei Suppenwürfel.

Alles bis auf den Käse zusammen kochen lassen. Eventuell etwas Weißwein zugeben. Käse dazu plus zwei Esslöffel Dinkelvollkornmehl und pürieren, kurz aufkochen lassen, fertig. Dazu haben wir in Butter geröstete Schwarzbrotwürfel gegessen.

Die Blumentöpfe sind uns grad noch im letzten Moment vorm schlafen Gehen eingefallen. Da das zum Teil riesige Töpfe sind, war das noch eine ganz schöne Schlepperei.

Unser Olivenbäumchen zum Beipiel ist schon ein ganz ansehnliches Exemplar und Frau hat außerdem die Oberfläche mit großen Steinen abgedeckt, damit die Kätzchen nichts anstellen können.


Und jetzt ist er da, der Schnee und ich warte ab. Warte auf sein Schmelzen und die Freigabe zum Weiterernten und hoffe, ich kann noch einiges retten.

Doch bis dahin: "Ho, Zwerge, ho, Zwerge, ho, Zwerge, ho", Bohnen auslösen ... :-D


Ohne blödeln geht gar nix!

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Donnerstag, 25. Oktober 2012

Blüten und Früchte des Monats - Oktober

Nun, wir sind noch immer fleissig am Ernten. Äpfel und Birnen, diverses Gemüse und so weiter wandern ins Haus.

Nur die Nussbäume lassen heuer Aufgrund einer witterungsbedingten Pilzkrankheit aus.

So gut wie alle sind schwarz und faulig.

Wegen der vielen Arbeit bin ich nicht wirklich viel zum Fotografieren geommen.

Trotzdem, ein paar Schnappschüsse mit den Blüten, die momentan unseren Garten verschönern  habe ich  für dich:


Montag, 22. Oktober 2012

Komposition in lila und grün

Nur damit das klar gestellt ist: Die Farben grün und lila passen gut zusammen, und zwar im Kochtopf.

Richtig geraten, es ist wieder eine neue Kochkreation. Aus zukünftigem Platzmangel in der Tiefkühltruhe - es gibt noch jede Menge Stangenbohnen zu ernten, die um das Hühnergehege wuchern - hab ich heute mich kurzerhand entschlossen, etwas mit dem darin aufgestöberten Rotkraut zu kochen.

Ich habe mir
eine große Zwiebel geschnappt und sie feinblättrig geschnitten. Dann kam
eine Tasse Kokosraspel dazu. Unter ständigem Rühren habe ich das Gemisch ohne Fett in einer Wokpfanne geröstet, mit
etwas Wasser und
ein Viertel Weißwein abgelöscht und dann
ca. ein dreiviertel Kilo vorgekochtes Rotkraut dazu gegeben. Dann wanderten noch
drei Lorbeerblätter,
zwei geriebene Äpfel,
eine Hand voll gehackte Kürbiskerne,
eine Hand voll gehackte Rosinen und
eine Dose Käferbohnen - zum Vorbereiten der eigenen war keine Zeit wegen unserer Ausstellung am Wochenende und den Nacharbeiten - und
drei blättrig geschnittene Knoblauchzehen in den Topf. Anschließend gab ich noch
zwei nudelig geschnittene, gelbe Spitzpaprika dazu. Das Ganze lies ich langsam weiterkochen und rührte in der Zwischenzeit
ein Esslöffel Dinkelmehl und
ein Teelöffel Hing - das Zeug, dass so wie Tigerpisse riecht, aber super schmeckt - in
400g Joghurt ein und fügte es auch noch bei. Ich drehte den Herd ab und gab noch rasch
ein Häferl tiefgekühlte Erbsen bei. Abgeschmeckt habe ich mit
etwas Zimt,
Kümmel und
Salz.

Dazu gab's Spaghetti. Wieder einmal buntes Geschmackserlebnis, von dem meine Kleine begeistert war. Das nächste Versuchs- oder besser gesagt Probierkaninchen, - mein Mann - ist noch ausständig. ;-)

Ich bin jedenfalls schon süchtig danach!

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Dienstag, 16. Oktober 2012

NÖ Tage der offenen Ateliers 2012


Wieder mal geschafft und die Tage des offenen Ateliers am Wochenende haben wir erfolgreich hinter uns gebracht. Nachdem es Freitag abends stark regnete, befürchteten wir schon, dass ich meine Bilder nicht im Garten präsentieren kann. Nicht desto Trotz buck ich Apfelkekse und presste Süßmost für unsere erwarteten Gäste. Doch der Wettergott entschied anders und überraschte uns mit traumhaftem Wetter.

Samstags war sehr viel los. Verwandte, Bekannte und Nachbarn besuchten uns im Laufe des Nachmittags. Da wechselten auch ein paar Ausstellungsgegenstände ihren Besitzer, Kekse verschwanden in Kinderbäuchen, es wurde getrommelt, gespielt und gelacht.

Auch den Naturgarten präsentierten wir und bekamen unterschiedliches Feedback. Viele glauben nämlich, dass man in so einem Garten nichts tun muss. Dass das genau das Gegenteil der Fall ist, ist manchen gar nicht so leicht zu erklären. ;-)

Für eine Verwandte hab ich gerade ihre bestellten Engerl für ihre Freundinnen fertiggestellt. Natürlich ein paar mehr zum Aussuchen. Nun stehen sie im Spielzimmer in der Nähe unseres Holzofens zum Trocknen im Bücherregal.

Auch die anderen kleinen Werke der Kinder, die bei uns am Samstag getöpfert haben, stehen schon in diesem Raum. Durch gezieltes Einheizen beschleunige ich so den Trocknungsprozess und kann etwas früher brennen.

Die Luftfeuchtigkeit ist ja zur Zeit ziemlich hoch. Dauerregen und brrrrrrrrrrr.10°C nur am Nachmittag, von der Früh red ich erst gar nicht. Folglich muss ich sowieso heizen.

Nebenbei habe ich auch diese leicht abstrakt dekorierte Schale gefertigt.

Das "Füllhorn"  wird, wenn es fertig gebrannt und glasiert ist, als Verzierung eines Blumenstabs in den Garten wandern.

Sonntags war bei uns tote Hose. Eine liebe Nachbarin kam vorbei und ein Mitarbeiter unserer Pfarre, der sich mit uns eineinhalb Stunden unterhielt. Ich packte mein Strickzeug aus und nutzte so die verstreichende Zeit. Nur so rumhocken schaffe ich nämlich noch immer nicht. :-)

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Mittwoch, 10. Oktober 2012

Gehäkeltes für den Herbst

Ganz schön kalt ist es inzwischen geworden.

Die Erntearbeiten habe ich auf den späten Vormittag verschoben, da sonst alles viel zu nass derzeit ist.

Auch abends zieht die Kälte rasch in die Knochen. Aber ich bin gut ausgerüstet.

In mein kunterbuntes Umhängetuch, welches ich aus verschiedenen kleinen Häkelquadraten zusammengesetzt habe, kann ich mich jetzt gut hineinkuscheln.

Die Muster und die Form habe ich mir an einem Sommerabend selbst entworfen und dann einfach drauf los gearbeitet.

Buntes, warmes, kuscheliges zum Aufmuntern für die Seele gegen das Herbstnebelgrau. :-)

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Donnerstag, 4. Oktober 2012

Sag's durch die Blume


Ein ganz normaler Tag, ein ganz normales Abendessen. Aber warum sollte man sich nicht auch da das Leben so schön wie möglich machen?

Es sind oft nur die Kleinigkeiten, die unser Leben farbenfroher werden lassen. Nicht umsonst heisst es, das Auge isst mit.

Schenk dir einen schönen Augenblick!


Dienstag, 2. Oktober 2012

Überwindung meiner Ängste


So, nach langer Schreibabstinenz dachte ich mir: „ Ich schreib mal wieder etwas“.

Diese Wochenende war mal wieder Apfelernte angesagt. Schon am Samstag haben wir morgens begonnen. Wir haben uns den großen „Kaiser Wilhelm“ Baum vorgenommen. 

Ganz nebenbei, das ist meine Lieblingssorte und auch die von meiner Frau. So manche Äpfel fanden daher den Weg in den Pflückkübel nicht und auch nicht in die Obstkiste. Die landeten direkt in unseren Bäuchen :-).

Unser "Kaiser Wilhelm" in seiner ganzen Pracht und Größe
 Ausgesprochen schmackhaft... und heuer sind sie extra gut.
Meine Liebste hat ja schon in den vorangegangen Wochen immer wieder Pressobst, also reife Äpfel die vom Baum gefallen sind, geerntet und super Most (ich vergönne mir während des Schreibens gerade ein Krügel gespritzten Most) gepresst. Der Most vom Kaiser ist ein Kaiser ;-).

Doch nun ist es an der Zeit, genaugenommen schon höchste Zeit, na ja schon ein wenig zu spät, die am Baum verbliebenen „Äpfelchen“ (die sind durchschnittlich zirka 10cm im Durchmesser, der Größte war über 12cm) abzuernten, denn es sind schon einige am Boden gelandet und auch nicht wenige schon angefault

Zuerst heben wir also die am Boden liegenden Äpfel auf. Die gefaulten kommen in eine Scheibtruhe und werden den Ziegen, Hühnern und Hasen kredenzt, die angeschlagenen und nur leicht angefaulten werden in Kübeln für die Presse aufgesammelt. Es einfach nötig den Boden frei zu machen, um die Stehleitern aufstellen zu können.

Wir mussten sehr bald feststellen, dass unsere 5 Kübel (das sind circa 30-40 kg Äpfel) nicht ausreichten und so holte ich noch 4 Weidenkörbe aus dem Keller und die wurden auch noch voll (weitere 28 kg Äpfel circa).
Da ich unter Höhenangst leide und meine Frau, die in jungen Jahren Freeclimbing betrieben hat, kein Problem mit der Höhe hat, erledigte ich die Bodenarbeit und sie begann währenddessen mit dem Abernten des Baumes, der etwa 6 -7 Meter hoch ist.

Zuerst verwendeten wir nur die große ( 3,5m) und die kleine (2m) Stehleiter. Die Leitern zu bewegen überlies sie mir, da sie derzeit eine verletzte Zehe und einen gezerrten Hüftmuskel hat. Die erste Obstkiste mit etwa 30 bis 40 kg Fassungsvermögen war bald voll und die Scheibtruhe mit Futteräpfeln auch.
Als ich vom Ausleeren und Einlagern zurückkam, meinte meine Frau, wir sollten auch die abgestorbenen Äste des uralten Baumes (als meine Frau klein war, war er schon sehr alt) entfernen.

Ich wusste, ich sollte nun auch auf die Leiter. Ein mulmiges Gefühl überkam mich. Aber ich wusste, die hohe Stehleiter hatte ich schon einige Male erfolgreich bestiegen.

Allerdings auf der Leiter stehend zu sägen, das ist schon eine Herausforderung für mich.
Die Leiter stand schon in der richtigen Position, und ich begab mich mit der Säge bewaffnet auf diese. Sprosse um Sprosse kletterte ich langsam höher. Mit jedem Schritt nahm das beklemmende Gefühl zu. Ich hielt an und wollte zu sägen beginnen, doch die Höhe reichte noch nicht. Eine Sprosse musste ich noch überwinden. Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen und stieg höher.

Mit der linken Hand hielt ich mich krampfhaft am nahen Ast fest, während ich mit der anderen zu sägen begann. Ratsch... und der erste Ast fiel zu Boden. Ich war erleichtert. Die weiteren Äste gingen leichter und immer leichter. Ich positionierte die Leiter neu und kletterte auf und ab. Immer wieder, denn es waren noch einige Äste zu schneiden.

Jetzt traute ich mich auch Äpfel zu pflücken.Nach einiger Zeit hatten wir alle Äpfel in einer Höhe von 2-3 Meter abgeerntet. Die höher hängenden konnten wir nun nicht mehr erreichen.

Wir beschlossen, die restliche Ernte mit dem zusätzlichen Auszugsteil, mit welchem die Leiter auf 5 Meter verlängert werden kann, am nächsten Tag fortzusetzen, denn es hatte zu regnen begonnen.
Am Sonntag begannen wir kurz vor Mittag. Doch stellte sich schnell heraus, dass ich mich nicht so hoch hinauf traute und meine Frau wegen der Verletzung an der Zehe auch nicht raufsteigen konnte.

Wir holten unsere 11-jährige, die bereits mit 9 Monaten ganz hinaufgeklettert war und wieder herunter, und auch eine fleißige Baumkletterin ist. Behände und sicher stieg sie die Leiter hinauf. Nur um ein bisschen Sicherung der Leiter vom Boden aus ersuchte sie.

Als aber der Pflückkübel gefüllt war und sie wieder runterklettern sollte, war schnell klar, dass dies nur ohne Kübel sicher vonstatten gehen konnte. Sie ließ den Kübel oben hängen und ich wurde gebeten diesen zu bergen. Ich wollte mir keine Blöße geben und stieg langsam und mit steigender Nervosität hinauf. Natürlich musste ich auf dem Auszugsteil weiter hinauf. Höher als ich bisher geklettert war. Ich dachte: “Nur nicht hinunter sehen“. Als ich den eingehängten Kübel erreichte, sah ich, dass dieser fast voll war und dementsprechend schwer.

Während ich den Hacken hob und damit den ganzen Eimer voller Äpfel langsam nach unten gleiten lies, überkam mich noch einmal Angst, und ich wollte so schnell wie möglich wieder festen Boden unter den Füssen haben. Bei jedem Schritt zitterten meine Knie mehr.

Unten angekommen war ich ganz schön geschafft. So, als hätte ich einen Marathonlauf hinter mir. Aber ich war sehr glücklich und auch stolz. Hatte ich doch meine eigene Ängste besiegt.

Ich ruhte mich kurz aus und sah, dass sich unsere Kleine vom Acker gemacht hatte und es war klar, dass ich die weiteren Äpfel die in 5 bis 6 Meter hangen auch pflücken musste. Schon spürte ich wieder das beklemmende ungute Angstgefühl.

Ich fasste mir ein Herz und stellte die Leiter in eine neue Position und begann hinauf zu steigen.
Ich erreichte bald die vorhergehende Position, wobei der Auszug höher ausgefahren war als vorher.
Einige Äpfelchen wanderten in den Pflügkübel. Ich musste mich bei ein paar stark strecken, um sie zu kriegen. Doch jetzt war Schluss. Da hangen zwar noch vor,  links und rechts von mir schöne rote sehr reife Äpfel, aber meine Reichweite war zu gering. Ich sah um mich und auch hinunter. Boah! Ich war verdammt hoch oben, dachte ich. In mir begann es zu zittern und zu beben. Die Leiter fing an alleine durch meine zitternden Knie zu wackeln, was nicht zu meiner Beruhigung beitrug.

Ich versuchte mich zu konzentrieren, damit ich eine Lösung für mein Problem zu finden.
Ich kapierte schnell, dass ich die Leiter nicht anders stellen konnte, weil einige Äste im Weg waren.
Abschneiden kam auch nicht in Frage. Da meldete sich meine Frau, die alles von unten beobachtet hatte und offensichtlich sofort erfasste, was los war. Sie sagte: „ Schatz, steig einfach höher, dann kannst du die restlichen Äpfel erreichen.“

In diesem Moment erfasste mich eine unglaubliche Panik und ich hatte das Gefühl ,ich kann nun weder hinauf noch hinunter klettern. An meiner jetzigen Position war ich mit meinem Kopf ungefähr auf gleicher Höhe mit dem Ende der Leiter. Es gab mir eine kleine Sicherheit. Würde ich nun eine Sprosse höher steigen, dann bewegte ich mich über die Leitergrenzen hinaus und das wäre für mich, als würde jegliche Möglichkeit zum Festhalten verlieren. Hektisch suchte ich nach stabilen Ästen, an welchen ich mich festhalten konnte. Doch wie sollte ich pflücken, während ich mich festhielt. Ich sagte mit zitternder Stimme: „ Nein, leider das geht nicht. Ich kann das nicht, wirklich“.

Mein Schatz sagte ruhig: “Sicher kannst du das, Liebling“

"kleines" Äpfelchen
Irgendwie hatte sie die Zauberworte gefunden, die die Blockade lösten und ich stieg eine Sprosse höher. Nun waren bis auf 5 Äpfel an dieser Stelle alle abgeerntet. Noch einmal motivierte mich meine Frau, höher zu steigen. Ich schaffte es, doch mein Herz drohte über meinen Kopf aus meinem Körper hinaus zu springen und ich tat noch 3 Äpfel in meinen Eimer.

Jetzt war das Ende meiner Überwindungsfähigkeit erreicht. Es waren nur noch 3 Sprossen übrig und beim nächst Schritt dann sogar nur mehr 2 bis zum Ende der Leiter etwa 5 Meter 50 plus mein darüber ragender Körper ... Also wäre mein Kopf auf über 6 Meter gewesen und ich wäre frei balancierend gestanden wegen 2 Äpfel... Etwas in mir sagte vehement „Nein“.

Meine Liebste sagte: „Versuche die beiden letzten herunter zu beuteln“
Wieder eine neue Herausforderung. Beim Wackeln der Äste begann natürlich auch die Leiter zu schwingen. Und diese blöden Äpfel wollte nicht fallen. Alles in mir bebete. Vor Angst, vor Wut, weil sich nichts tat und vor Freude weil ich es bis hierher geschafft hatte. Ein Teil in mir wollte schnellstens hinunter auf den „sicheren“ Boden. Ein Teil dachte: „Nein, halte noch durch“. Der dritte Teil wollte unbedingt gewinnen.
Da löste sich der Erste. Ich schüttelte noch mehr. Ich wurde richtig aggressiv. Da viel der Letzte. Ein unbeschreibliches Gefühl der Freude und Genugtuung und auch des Stolzes durchfuhr mich.

Ich begab mich mit dem Kübel hinunter, küsste meine Frau und freute mich riesig. Zuerst hatte ich gar nicht bemerkt, wie erschöpft ich eigentlich war. Doch langsam kroch eine starke Müdigkeit in jeden Winkel meines Körpers.

Trotzdem war ich sehr, sehr glücklich und stolz, mich selbst überwunden zu haben.

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